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Spin My Fate: Volume I: On A Verge Of No Return (Review)
Artist: | Spin My Fate |
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Album: | Volume I: On A Verge Of No Return |
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Medium: | CD/LP | |
Stil: | Modern Rock |
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Label: | Big Vish Records | |
Spieldauer: | 45:06 | |
Erschienen: | 06.05.2023 | |
Website: | [Link] |
Trist und grau wirkt die optische Gestaltung von „Volume I: On A Verge Of No Return“. Und auch die musikalische Geschichte, die SPIN MY FATE auf diesem Album erzählen, läuft an vielen Stellen auf einen Kollaps der Welt hinaus. Davon zeugen u.a. Titel wie „Hey Sir, This World Is On A Verge Of No Return“.
Bevor aber die Erkenntnis, dass der Mensch sich selbst überlebt hat, wie ein Stein im Magen liegt, spekulieren Stücke wie „Daydreamer“ darüber, dass das Leben ein steter Fluss ist und das Klammern an die Vergangenheit dazu führt, dass die Gegenwart nur noch surrealer wirkt.
Musikalisch vertonen SPIN MY FATE diese Reise mit modern tönenden Klängen und wissen dabei immer wieder eine dystopische Stimmung zu kreieren, die sich überraschenderweise vor allem in den sanften Tönen manifestiert. „Storm to Pass“ gleitet z.B. mit dezenten Elektronika und bedachter Stimmung dahin, die mantrisch wiederholte Zeile „Wating for a storm to pass, sorry calm you would not last“ gräbt sich aber eher destruktiv ins Herz als aufzuheitern.
„Scotoma“ geht dann in seiner musikalischen Verletzlichkeit den Schritt in Richtung Wut. Die Screams passen daher hervorragend ins Bild und werten den Song ungemein auf. Das klingt nach Verzweiflung, nach einem vertonten Zwiespalt, der durch Mark und Bein geht. Daher funktioniert der Ohrwurmcharakter der Nummer wieder bestens.
Die Akustik-Ballade „Soul Kite“ sorgt danach aber doch für einen bedachten Auftrieb. Gitarre und Gesang bilden eine intime Einheit, die von Schmerz, aber auch von Hoffnung erzählt. Und schließlich verliert sich der Song in ätherischem Stimmgewusel und sanftem Rauschen, das den erwähnten Zwiespalt auf eine fast unangenehme Spitze treibt, bevor „Fire“ wieder aufs Gas steigt. Dazu kommt auch eine rauere Note im Gesang, die zwar sehr gut passt, bei der aber auch das Gefühl aufkommt, dass der Song noch mehr Galle vertragen könnte, vielleicht würde das aber zu sehr aus dem kompakten Verbund des Albums herausstechen.
Viel Zeit zum Sinnieren bleibt aber nicht, denn „Whispering Ghosts“ ist einerseits nur einen Schritt von der Depression entfernt, liest sich aber auch wie eine Liebesgeschichte und wirkt damit doch aufbauend.
Das gilt auch für die Musik, die von intimen, teilweise poppig wirkenden Strophen, bis hin zu griffigen Melodien und einem schönen Spannungsbogen alles bietet, um den Hörer bei der Stange zu halten, ganz ähnlich wie das abschließende „Hey Sir, This World Is On A Verge Of No Return“. Textlich geht es um unaufhaltsame Veränderungen, die das Leben beständig bereithält. Musikalisch schlagen SPIN MY FATE zum Abschluss balladeskere Töne an, die lediglich zum Ende hin von einem sphärischen Anstieg in Drum'n'Bass-Sounds durchbrochen werden. Interessanter Abschluss.
FAZIT: Eine Stärke von SPIN MY FATE ist sicher ihre musikalische Vielseitigkeit. Dank der transparenten Produktion dürfte das Material einiges Potenzial für Radio-Airplay haben und auch der in sich runde Charakter des Albums ist gelungen. Allerdings würde „Volume 1: On A Verge Of No Return“ der eine oder andere Ausreißer in wirklich härtere Gefilde sicher gut zu Gesicht stehen, denn dadurch könnten sich markige Ecken und Kanten ergeben, welche aktuell noch fehlen. Davon abgesehen ist das Album aber eine runde Sache.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Progress (Árbol del Tule)
- Tell Me What Tomorrow Brings
- Daydreamer
- Yume No Mori
- Storm to Pass
- Scotoma
- Soul Kite
- Fire
- Camomile
- Whispering Ghosts
- Hey Sir, This World Is On A Verge Of No Return
- Bass - Patrick Hartz
- Gesang - Jan Kantner, Jonas Bertels, Patrick Hartz, Marcel Wolf, Simon Bosse, Elena Nacke
- Gitarre - Marcel Wolf, Simon Bosse, Jan Kattner
- Keys - Simon Bosse, Jonas Krampe
- Schlagzeug - Jonas Bertels
- Volume I: On A Verge Of No Return (2023) - 9/15 Punkten
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